Manche Entdeckungen kommen ganz von selbst. Meine Cyanotypien entstanden unter der Sonne Teneriffas – ungeplant und unwiderstehlich. Dort, wo das Licht greifbar und klar ist, begann ich, Pflanzen und Blätter auf lichtempfindliches Papier zu legen und der Sonne zu überlassen, was sie am besten kann: sichtbar machen, zeichnen, bewahren.
Ich bereite vor, belichte und warte. Und dann erscheint das Bild – als wäre es schon immer da gewesen, verborgen im Blau.
Diese Cyanotypien sind auf Teneriffa entstanden, unter einer Sonne, die anders scheint als in Berlin. Das Licht des Atlantiks wurde für mich zu einer stillen Begleiterin – und nach und nach selbst Teil meiner Arbeit.
Ich lasse die Sonne schreiben. Blätter, Blüten und kleine Fragmente der Insel lege ich auf Papier und Stoff und überlasse sie dem Licht. Ich probiere aus, schichte Materialien, beobachte, was geschieht, und lasse mich gern überraschen. Manches lässt sich lenken, anderes entsteht aus dem Zufall und den eigenen Reaktionen der Materialien. So wird jedes Werk zu einem stillen Dialog zwischen dem, was ich vorgebe, und dem, was sich von selbst entfaltet.
Am Ende bleibt dieses tiefe Preußischblau, in dem sich Himmel und Ozean zu begegnen scheinen.
Für mich ist Cyanotypie eine Form des Schreibens – eine Handschrift aus Sonne und Schatten. Sie verbindet meine innere Welt mit der Landschaft, in der ich geboren wurde, und hält einen Augenblick fest, den das Licht auf seine eigene Weise erzählt.
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